Regelmässig stattfindende Sprechstunden (Konsultation nur nach Terminvereinbarung):
Stimmsprechstunde |
Mo 8:45-10:45, Di, Mi 8:30–11:30 und 13:30-16:30, Fr 9:30-17:00 |
Kindersprechstunde |
Mo und Fr 8:30-12:00, Do 9:00-11:00 und Mo 14:00-16:30 |
Schlucksprechstunde |
Mo 13:30-14:30 und Do 11:00-12:00 |
Phoniatrische Gutachten |
Mo 8:45 und Fr 16:00 |
(Termine nach Vereinbarung)
Redeflussstörungen bei Jugendlichen und Erwachsenen
Aussprachestörungen bei Jugendlichen und Erwachsenen
Störungen der Nasalität bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen
Manualmedizinische Sprechstunde bei Patienten mit Stimmstörungen (mit Dr. Schönenberger)
LKG-Sprechstunde (wird von der chirurgischen Kinderklinik organisiert)
Ohrmikroskopie
Laryngo-Stroboskopie mit Timcke-Stroboskop und RP-Szene Multimedia-Video-Einheit
Hochgeschwindigkeitsglottographie mit Wolf-Kamera
Stimm- und Sprachschallanalyse mit Kay CSL 4300B und Wevosys lingWaves Voice Diagnostic Center für die
Phonetographie
Sonagraphie
Akustische Heiserkeitsanalyse (MDVP, Göttinger Heiserkeitsdiagramm)
Hörprüfungen werden in der Station Audiologie im gleichen Hause vorgenommen.
Wenn ein Vorschulkind Redeflussstörungen zu zeigen beginnt, werden Eltern rasch verunsichert. Sie hoffen, dass ihr Kind von sich aus bald wieder fliessend spricht und befürchten, ein direktes Ansprechen des Kindes auf sein Stottern würde das Problem noch verstärken. Deshalb zögern sie manchmal lange, bis sie fachliche Hilfe suchen.
Seit 1996 ist die Betreuung von stotternden Vorschulkindern und deren Eltern ein Schwerpunkt unserer Abteilung. Dabei haben wir stets das Stottern des Kindes in Diagnostik und Therapie auf spielerische Weise direkt angesprochen. Mit den Eltern zusammen lässt sich damit eine Enttabuisierung des Themas und damit auch ein erweiterter Zugang zu den mit dem Stottern verbundenen Gefühlen bei Kind und Eltern erreichen.
Unser Ziel ist die parallele Unterstützung von Eltern und Kind: Wenn die Eltern genauer erkennen, wie ihre eigenen Wünsche und Bedürfnisse mit jenen ihres Kindes verflochten sind, entdecken sie neue Wege zur Unterstützung ihres Kindes und erfahren dadurch selbst eine Entlastung in ihrem oft stressigen Familienalltag. Das stotternde Kind soll in seinem Therapieteil lernen, sein Sprechen und seine Sprache verstärkt mit seinen Gefühlen zu verbinden und so zu echter Selbstsicherheit zu finden. Damit kann auch eine Verflüssigung des Sprechens erreicht werden.
Seit April 2005 werden diese Zusammenhänge im Rahmen eines Forschungsprojektes evaluiert. Ziel ist es, ein Untersuchungsinstrument zu entwickeln, welches nicht nur eine symptomatische Erfassung des Redeflusses ermöglicht, sondern auch die Unterschiede im Erleben und Verhalten des stotternden Kindes und seiner Familie dokumentiert. Damit soll schliesslich der Erfolg des ganzheitlich orientierten familiendynamischen Therapieansatzes überprüft werden.
Das Forschungsprojekt wird dankenswerterweise von der Gottfried und Julia Bangerter-Rhyner-Stiftung mit der Finanzierung einer 30% Logopädie-Stelle über einen Zeitraum von 3 Jahren unterstützt.
Beteiligte Wissenschaftler: E. Seifert, S. Fritschi, A. Zimmermann, J. Kollbrunner
Doktorandin: A. Hofer, Kinderärztin
Bücher aus der Arbeitsgruppe:
Der Häufigkeitsgipfel kindlicher Dysphonien liegt um das 6.-10. Lebensjahr. Dabei sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen. In den weitaus meisten Fällen kann laryngo-stroboskopisch eine primär organische Ursache ausgeschlossen und die Diagnose einer funktionellen Stimmstörung gestellt werden. Möglicherweise haben sich bereits sekundäre organische Veränderungen gebildet, wie beispielsweise Stimmlippenverdickungen oder –knötchen.
Bei übermässigem oder fehlerhaftem Stimmgebrauch des Kindes wird der Frage nachgegangen, warum das Kind die Stimme so beansprucht und ob nicht die Dysphonie als Symptom einer zugrunde liegenden Störung angesehen werden kann. In einer Studie werden familiäre Faktoren in der Entstehung und in der Entwicklung der Stimmstörung gezielt untersucht.
Beteiligte Wissenschaftler: E. Seifert, A. Zimmermann, M. Huber Wüthrich, L. Blaser, J. Kollbrunner
Bücher aus der Arbeitsgruppe:
Der Spracherwerb wird für hochgradig schwerhörige oder gehörlose Kinder durch die Cochlea-Implantation bereits in frühem Lebensalter ermöglicht. Der akustische Aufbau der unterschiedlichen Sprachlaute wird nach der Generierung durch das primäre Stimmsignal durch die Form des Ansatzrohres charakterisiert. Die Vokale werden durch Obertöne (Formanten) gebildet; bei den Konsonanten führen Verengungen an den Artikulationsstellen zu einem Rauschsignal als zweite Schallquelle. Mit fortschreitender Sprachentwicklung und ansteigendem Lebensalter nehmen beim Kind sowohl die Grundfrequenz (F0) als auch die Frequenz der Formanten ab.
Ziel dieser Studie ist die Untersuchung der Stimmgrundfrequenz und der ersten drei Formanten (F1-F3) bei prälingual ertaubten kleinen Kindern nach Cochlea-Implantation im Vergleich zu Kindern mit normaler Sprachentwicklung.
Mit dem Kay CSL 4300B wurde bei 20 Kindern im Alter von 3.8 bis 10.2 Jahren zu unterschiedlichen Zeitpunkten nach der Cochlea-Implantation aus dem Spektro-gramm und der Linear Predictive Coding (LPC)-Analyse die F0 und die Formanten F1-F3 für den Vokal /a/ bestimmt.
Die Grundfrequenz liegt bei den Kindern, die vor dem 4. Geburtstag operiert wurden, innerhalb einer Standardabweichung des Normalkollektivs. Ein signifikanter Unterschied dazu konnte hingegen bei den Kindern festgestellt werden, die bei der Implantation älter waren.
Der erste Formant erweist sich als sehr stabil und zeigt nur geringe Abweichungen vom Normwert. F2 und F3 streuen stärker, aber eine systematische Abweichung nach oben oder nach unten konnte nicht gefunden werden. Das Verhältnis von F1:F2 war bei den Kindern, die vor dem 4. Lebensjahr implantiert wurden, im Normbereich, aber stärker zentralisiert bei den später operierten Kindern.
Die Aufteilung der Patientengruppen in vor und nach dem 4. Lebensjahr Implantierte basierte mehr auf pragmatischen als auf physiologischen Gründen. So befinden sich in jeder Gruppe etwa die Hälfte der Patienten. Die durchweg geringeren Abweichungen bei den jünger implantierten Kindern sind aber ein weiterer Beweis für den Erfolg einer frühzeitigen Implantation eines gehörlosen Kindes. Es ist zu vermuten, dass sich bei noch früherer Implantation die Abweichungen vom Normalkollektiv weiter verringern lassen könnten.
Beteiligte Wissenschaftler: E. Seifert, L. Blaser, AD. Menet, U. Bruns, M. Vischer, M. Kompis, R. Häusler
Zur Erfolgskontrolle von Behandlungen hochgradig schwerhöriger und gehörloser Kinder werden verschiedene Sprachuntersuchungen eingesetzt. Um die Sprachentwicklung schwerhöriger Kinder mit der Sprache von normalhörenden Kindern zu vergleichen, müssen bisher einigen Tests amerikanische Normwerte zugrunde gelegt werden, denn es gibt weder deutsche noch schweizerdeutsche oder gar berndeutsche Vergleichswerte. Solche Werte können zudem Hinweise auf die Entwicklung des Spracherwerbs von normalhörenden Kindern geben und auch auf natürliche Variationen innerhalb eines Dialekts.
In der Zusammenarbeit mit dem Institut für Germanistik der Universität Bern (Prof. Dr. B. Siebenhaar) wurden solche Normwerte für das Berndeutsche erstellt. Dafür wurden je 20 Testwörter von 150 berndeutsch sprechenden Schülerinnen und Schülern einer Gemeinde im oberen Emmental im Alter von 5-16 Jahren in Berndeutsch und der deutschen Standardsprache mit einem DAT-Gerät aufgenommen.
Beteiligte Wissenschaftler: E. Seifert, K. van den Berg
Externe beteiligte Organisation: Prof. Dr. B. Siebenhaar, Institut für Germanistik der Universität Bern.
Bei der Hochgeschwindigkeitsglottographie handelt es sich um die Fortentwicklung der seit langem etablierten Stroboskopie, die zur Analyse der Stimmlippen-schwingungen eingesetzt wird. Bei der Stroboskopie erscheint jedoch ein virtuelles Bild der Stimmlippenschwingungen, das sich aus Einzelbildern vieler verschiedener Schwingungen zusammensetzt. Die Auswertung gelingt nur qualitativ und ist daher in hohem Masse von der Erfahrung des Untersuchers abhängig. Bei sehr heiseren oder aphonen Stimmen versagt die Stroboskopie vollständig, da zur Triggerung des Blitzlichts eine Grundfrequenz erforderlich ist. Diese fehlt aber gerade in diesen Fällen. Irregularitäten in der Stimmlippenschwingung, wie sie bei heiseren Stimmen vorkommen, führen zu Artefakten in der Auswertung der Stroboskopie und erschweren dadurch die Diagnosestellung. Durch die in Real-time ablaufende Hochgeschwindigkeitsglottographie entfallen diese Nachteile. Dabei bleiben die Stimmlippen über ihre vollständige Länge während des gesamten Zeitfensters erkennbar. Die computergestützte Auswertung der Bilder ermöglicht die Bestimmung der Grundfrequenz, des Schwingungsbeginns (vibration onset), der Dauer der Öffnungs- und Schlussphasen und die Veränderungen der Schwingungsamplituden und -frequenz. Ziel der Studie ist die Beantwortung der Frage, ob sich die numerisch erfassbaren und quantifizierbaren Irregularitäten im Schwingungsablauf der Stimmlippen als Korrelat der klinisch und stroboskopisch vermuteten "funktionellen Stimmstörungen" erweisen.
Beteiligte Wissenschaftler: E. Seifert, M. Hagemann
Internationale Multicenterstudie zusammen mit den Universitäten Marburg, Erlangen, Regensburg, Jena, Mainz, Göttingen, Münster, Freiburg, Heidelberg (D), Amsterdam (NL), Lund (S), Innsbruck (A).
Die aktuellen Publikationen finden Sie in diesem PDF File.
Weitere Informationen sind im Jahresbericht enthalten.
Beteiligung an folgenden Lehrveranstaltungen:
EKBU, BU, WSJ: HNO-Heilkunde
Arbeiten in der HNO-Klinik und –Poliklinik.
Rhinopharyngologie. Für Studierende der Zahnheilkunde.
Phoniatrie im Rahmen des BU.
Wahlpraktikum: Sonagraphie: Objektive Sprachschalldarstellung. (VPU für Studierende der Human- und Zahnmedizin)
Phoniatrie 1.
Redeflussstörungen.
Einführung in die Therapie der Stimmstörungen.
Psychologische Aspekte von Stimme und Stimmstörungen.
Diagnostik und Therapie bei stotternden Kindern im Vorschulalter, Jugendlichen und Erwachsenen.
Dissertationen:
Eliane Huber: Untersuchung des Zusammenhangs zwischen gastropharyngealem Reflux und morphologischen Veränderungen des Larynx.
Kathrin Vollmer: Verlauf des Hörvermögens bei Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten.
Ana Hofer: Familiendynamische Besonderheiten bei Familien mit stotternden Kindern im Vorschulalter.
Christine Schneider: Verlaufsevaluation der kindlichen Dysphonie ein Jahr nach Erstintervention
Natalie Jögli: Bestimmung der Nasalanz bei Kindern und Jugendlichen mit berndeutscher Muttersprache
Es werden auf unserer Abteilung regelmässig Logopädie-Studierende im Hauptpraktikum von den Universitäten Fribourg und von der Fachhochschule Nordwestschweiz, Institut für Spezielle Pädagogik der Universität Basel betreut.